Neugründung des Schützenvereins Hilter
Auszug aus der Vereinschronik von Wilhelm Hamann
Der Schützenverein Hilter wurde am 14. August 1904 neu gegründet. Buchdruckereibesitzer Ludwig Beucke aus Dissen, der schon in seinen jungen Jahren Hilter aus geschäftlichen Gründen besuchte, hatte sich in Hilter einen großen Freundes- und Verwandtenkreis erworben. Er wurde wiederholt von seinen Freunden aufgefordert, die Gründung eines Schützenvereins in Hilter in die Wege zu leiten. So stand denn am 13. August 1904 folgende Anzeige im Iburger Kreisblatt:
"Zur Gründung eines Schützenvereins hierselbst ist eine Versammlung am Sonnabendnachmittag, 5 Uhr, im Schäffer´schen Saal einberaumt. Alle die jenigen, welche Interesse haben, werden freundlich gebeten, pünktlich zu erscheinen."
Der Sonnabendnachmittag kam heran. Als Schützenbruder Beucke jedoch den Schäffer´schen Saal betrat, waren außer den Interessenten für den Schützenverein auch vier kräftige Mitglieder des Kriegsvereins Hilter, die Kriegermütze auf den Kopf, anwesend. Sie waren der meinung, daß bei einer Gründung eines Schützenvereins ihr eigener Verein darunter leiden würde. So empfingen sie ihn denn mit derben Schimpfworten. Aber sie beruhigten sich nach und nach. Besonders als Schützenbruder Beucke einen großen Dütemeyerschen bestellte. Gegen 9 Uhr waren etwar 50 Herren anwesend, die, nachdem Herr Beucke Zweck und Ziel des Schützenvereins bekanntgegeben hatte, den Schützenverein Hilter wieder aus der Taufe hoben. Damit wurde eine Tradition in Hilter aufgefrischt, die bereits seit Jahrhunderten gepflegt worden war. Der erste Vorstand bestand damals in folgender Zusammensetzung: Wilhelm Depker ( Präsident ), Luis Wenker ( Stellvertreter ), Heinrich Wallrabenstein ( Schriftführer ), Fritz Meyer ( Stellvertreter ), Gustav Niendieck ( Kassierer ), Wilhelm Krampe ( Stellvertreter ). Man beschloß, in diesem Jahr noch ein Schützenfest zu feiern. Am 24. August 1904 fand eine zweite Versammlung statt, in der beschlossen wurde, das Schützenfest am 10., 11. und 12. September zu feiern. Das Festkomitee bestand aus dem Schützenbrüdern Bernhard Witte, Hermann Eggers, Mathias Möller. Gustav Niendieck stellte sein Grundstück am Hohnangel als Festplatz zur Verfügung. Laut Versammlungsbeschluß mußte jeder Schütze 50 Pfennig für das Gewehr und 1,60 Mark für den Schützenhut ( nach vorgelegtem Muster ) bezahlen.
Das Schützenfest wurde dann gefeiert. Es schloß mit einem kleinen Minus ab. Die Königswürde errang Heinrich Krampe, der sich Frau Marie Sandau zur Königin erwählte. In der Versammlung am 25. September 1904 wurde eine sammlung zur Anschaffung einer Königskette veranstaltet, die 77,50 Mark erbrachte. Da sich aber Schützenkönig Heinrich Krampe bereit erklärte, die Kette zu stiften, wurden die 77,50 Mark auf Zinsen gelegt, um sie später zum Ankauf einer Vereinsfahne zu verwenden. Die nächste Versammlung fand am Sonntag, den 29. Januar 1905, statt. In ihr beschloß man, das Schützenfest am 28. und 29. Mai zu feiern. Am 30. April fand eine Generalversammlung statt, die vom Präsidenten Wilhelm Depker eröffnet wurde. Das Protokoll sagt dazu folgendes:
Das Festkomitee zum Schützenfest besteht aus den Schützenbrüdern: August Rodefeld, Fr. Wedekämper, August Blume und Georg Niendieck. Das Schießkomitee bestand aus: Franz Blume, Georg Kellersmann, Bernhard Witte, Fritz Schäfer, Franz Sittermann, Friedrich Hünemeyer. Das Offizierskorps setzte sich wie folgt zusammen: Ludwig Hartmann ( Major ), Fr. Brunsmann ( Adjutant ), Heinrich Sandau, Justus Wesseler ( Hauptleute ), Otto Becker, Wilhelm Jobstvogt ( Ordonnanzen ), Franz Sittermann, H. Rütter-Hagemeyer ( Vorreiter ), Wilhelm Ellbrecht ( Lakai ), Fr. Tappmeyer ( Fahnenträger ), Bernhard Lutker, Franz Becker ( Fahnenoffiziere ). Ferner wurde beschlossenn, das jeder Schütze während der Festtage einen schwarzen Hut mit bunter Feder zu tragen hätte.
Wird noch weiter geführt!